Pädagogisches Konzept

Sprachentwicklung

Die Förderung der Sprachkompetenz ist mir besonders wichtig, da sie die Grundlage für Kommunikation und soziale Interaktion bildet. 
Bevor ein Kind die Fähigkeit erlernt, seine Bedürfnisse, Gedanken oder Wünsche mit Worten auszudrücken, wird es dies durch Körpersprache zeigen. Diese ist so individuell wie jedes Kind. In der Eingewöhnung gilt es für mich, die Körpersprache eures Kindes mit eurer Hilfe kennenzulernen und zu verstehen. Nur so kann ich ihm in unserem Alltag helfen, seine Wünsche auch in Worten auszudrücken. 
Ich versuche unseren Tag so gut es geht sprachlich zu begleiten. Denn auch hier haben wir Erwachsenen eine Vorbildfunktion, Kinder wollen uns nachahmen und so lernen. 


Neben der sprachlichen Begleitung im Alltag gibt es natürlich noch weitere Formate, die ich zur sprachlichen Förderung nutze. Dazu gehören unter anderem das anschauen und Lesen von (Bilder-) Büchern, sprachlich begleitete Hand-Gesten-Spiele sowie das Singen von Kinderliedern. Auch die Essenssituation kann eine sprachliche Förderung sein. Die Kinder erforschen ihr Essen und Fragen was sie da Essen. 
Wie in jedem Bereich hat auch bei der Sprachentwicklung jedes Kind sein Tempo. Dennoch werde ich einen Blick darauf haben und gegebenenfalls mit euch Eltern ins Gespräch gehen, wenn ich merke, dass euer Kind Probleme haben könnte. 

Vorbildfunktion

Kinder beobachten sehr viel und nehmen um sich herum meist auch sehr viel wahr. Daher spielt auch die Vorbildfunktion eine entscheidende Rolle im Lernprozess. Kinder unter drei Jahren ahmen ihre Beobachtungen nach und lernen so sehr viel in den unterschiedlichsten Bereichen wie Motorik, Gestik oder Sprache. Ich sehe es als meine Aufgabe in der Kindertagespflege, stets ein positives Vorbild für euer Kind zu sein, damit es meine positiven Verhaltensweisen, wie Freundlichkeit, Geduld und respektvolle Kommunikation nachahmen kann.

Doch auch ich bin nur ein Mensch mit Fehlern. Auch ich habe vielleicht mal einen schlechten Tag und bin nicht so geduldig oder einfühlsam wie üblich. Den Kindern möchte ich dann zeigen, dass auch das völlig normal ist und Fehler nicht schlimm sind. Unter Umständen habe ich an dem ein oder anderen Tag nicht genug Ressourcen um alle Kinder mit der gleichen Geduld zu behandeln, wenn es darum geht, sich für den Spielplatz fertig zu machen. Reagiere ich dann gegebenenfalls bei eurem Kind etwas ungeduldig, während es sich die Schuhe selbst anzieht, werde ich mein Verhalten schnell selbst reflektieren und mich bei ihm entschuldigen. Auch dadurch lernen die Kinder etwas – Fehler machen ist in Ordnung und man kann sich dafür immer entschuldigen. 

Partizipation

Partizipation steht für Beteiligung, Teilhabe, Mitwirkung oder Einbeziehung und ist eines der Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention. Für mich ist die Partizipation im Umgang mit Kindern selbstverständlich. Die Kleinen sind individuelle Wesen mit eigenen Meinungen, Ansichten, Wünschen und Bedürfnissen. Diese dürfen sie mir jederzeit mitteilen und ich lege großen Wert darauf, dass die Kinder auch in die Entscheidungen, die unseren gemeinsamen Tagesablauf betreffen, einbezogen werden. Nun ist das in einer Gruppe von mehreren Kindern nicht immer möglich, auf alle Wünsche und Bedürfnisse gleichzeitig einzugehen. Hier werde ich dann aber gemeinsam mit den Kindern versuchen, einen Kompromiss bzw. eine Lösung zu finden, die für alle in Ordnung ist.

Eine Beispielsituation wäre hier der Wechsel vom Freispiel drinnen zum Freispiel draußen. Ich werde die Kinder rechtzeitig darauf vorbereiten, dass wir nun nach draußen gehen. Hat euer Kind aber heute mehr das Bedürfnis auf Freispiel drinnen und eher eine ruhige Umgebung, darf es hier mitentscheiden. Ich werde versuchen, diesem Bedürfnis Raum zu geben, in dem es drinnen bleiben kann, während ich mit den anderen Kindern auf die Terrasse oder in den Garten gehe. Von der Terrasse aus habe ich den besten Blick nach drinnen und auf das Geschehen draußen. Euer Kind bekommt so die Möglichkeit sich ungestört zurückzuziehen und die Ruhe zu genießen, während die anderen Kinder ihrem Bewegungsdrang und dem Freispiel draußen nachgehen können. Braucht es mich oder entscheidet es sich dazu, ebenfalls nach draußen zu kommen, ist das jederzeit möglich.

In der Freispielzeit bekommt euer Kind genügend Raum für die freie Entscheidung. Es kann selbst entscheiden, was es gerade machen möchte – ein Buch anschauen, für sich selbst sein, seinem Bewegungsdrang nachgehen, gemeinsam mit anderen spielen, bei mir sein. Ganz nach den eigenen Bedürfnissen darf es entscheiden, was es gerade braucht und möchte. Ich werde dafür sorgen, dass es die Möglichkeit dazu bekommt. 

Autonomie

Entdeckung und Exploration sind für Kinder unter drei Jahren besonders wichtig. Denn durch das selbstständige Ausprobieren von Dingen und das selbstständige Entdecken lernen sie am meisten. Mit meiner Arbeit möchte ich die Kinder darin bestärken, ihren Alltag selbstständig zu gestalten und ihnen die Möglichkeiten geben, die Welt selbst zu entdecken. Dazu gehört, dass sie eigene Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren dürfen, Entscheidungen selbst treffen, aber auch ihre Grenzen kennenlernen können. Ich werde euer Kind stets ermutigen, neugierig zu sein, Fragen zu stellen und neue Dinge auszuprobieren.

 
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Erkundung des Klettergerüsts. Das Kind möchte unbedingt die Rutsche erreichen und beginnt voller Motivation zu klettern – ohne die möglichen Gefahren richtig einschätzen zu können. Auf halber Strecke spürt es vielleicht Unsicherheit oder Angst, weil es sich überschätzt hat. Als aufmerksame Begleiterin habe ich diese Momente im Blick. Ich gehe zu dem Kind, bin präsent, schenke ihm Sicherheit – aber nehme ihm die Erfahrung nicht ab.
Statt sofort einzugreifen, ermutige ich es, den nächsten Schritt selbst zu wagen. Ich zeige ihm sprachlich auf, was es bisher schon erreicht hat und ermutige es, weiterzugehen. Wenn es mich um Hilfe bittet, stärke ich es darin, weiterhin selbst aktiv zu bleiben, zeige aber mit meiner Haltung und durch meine Hände: ‚Ich bin da. Du bist sicher. Du schaffst das.‘ Ich erinnere das Kind an sein Ziel und begleite es behutsam bis dorthin. Und wenn es schließlich selbst oben ankommt, teilen wir die Freude über das Erreichte – ein Moment, der sein Selbstvertrauen nachhaltig stärkt.